Reflexion

Jeder kennt es, wenn man vor dem Spiegel steht und sich betrachtet. Man findet seine Nase hässlich, oder entdeckt, dass die Frisur nicht gut ist. Kurzum, man findet immer etwas an einem selbst, was man nicht mag.

Wir haben alle mindestens einen Spiegel in unserer Wohnung. Damit prüfen wir tagtäglich, ob wir geschmacklisch gekleidet sind, ob die Frisur sitzt – ob wir uns unter „die Leute“ wagen können. Das Körperliche liegt uns sehr am Herzen.

Was ist aber mit unserem Innern? Betrachten wir auch unsere Innenwelt? Wir haben die Möglichkeit dazu, dank der Reflexion. Das ist der Spiegel unserer Innenwelt. Hier sehen wir unser Verhalten, unsere Wünsche, Meinungen und vieles mehr. Doch wer benutzt diesen inneren Spiegel eigentlich? Benutze ich ihn? Liebe Leser, stellen Sie sich einmal diese Frage. Interessanterweise benutzen Sie ihn genau in diesem Moment, in dem Sie sich das fragen.

Wahrscheinlich werden Sie feststellen, dass Sie Ihren inneren Spiegel sehr selten verwenden. Sehr wenige Menschen reflektieren über sich selbst. Aber woran liegt das eigentlich? Diese Frage ist gleichwertig mit der Frage: „Wie gehe ich mit Kritik um?“. Kritik ist etwas Unangenehmes. Man erfährt etwas über sich selbst, was in der Gesellschaft eigentlich nicht gern gesehen ist. Man fühlt sich oft „entlarvt“. Aber natürlich hat man seine Gründe dafür. Oder? Was sind eigentlich die Gründe für unser Verhalten, für unsere Meinungen? Wenn Sie sich diese Frage selten stellen, dann haben Sie gerade festgestellt, dass es unangenehm ist, sich damit auseinander zu setzen. Das ist auch der Grund dafür, dass man sein Verhalten nicht „hinterfragt“.

Aber warum sollte man das überhaupt tun? Lebt es sich so nicht viel leichter? Ist es denn notwendig sich selbst in Frage zu stellen? Nun, das ist eine philosophische Frage.  Das hat natürlich den moralischen Aspekt, ein guter Mitmensch zu sein. Was aber ist mit mir? Zähle ich denn nicht auch? Sollte ich nicht gucken, dass es mir besser geht als den anderen? Natürlich. Und natürlich, gehört es sich auch, ein guter Mitmensch zu sein.

Nun sollte man sich eine Frage stellen: Der Mensch hat ein Bewusstsein, was ihn ganz deutlich vom Tier unterscheidet und auch von allen sonstigen Lebewesen, die wir hier auf unserer Erde kennen. Wir haben die Möglichkeit, zu reflektieren. Sind wir wirklich geboren mit diesen Gaben, nur um damit ein guter Mitmensch zu sein? Wäre das nicht irgendwie makaber? Gut, hinter diesen Fragen steckt der Gedanke der Intention. Aber ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will: Die Reflexion dient allein uns – nicht den anderen. Natürlich wollen wir gute Menschen sein. Aber wir reflektieren nur über uns selbst. Und wir ändern nur uns selbst.

Augustinus hat einmal gesagt: „Du hast uns für Dich erschaffen und unser Herz ist unruhig, bis es wieder in Dir ruht.“ Damit ist sicher nicht der Tod gemeint, sondern im Grunde die Nähe zu sich selbst. Und die erreicht man nur über das Bewusstsein. Das Bewusstsein lässt uns spüren, dass wir leben. Mit dessen Hilfe können wir über uns nachdenken – über uns reflektieren. Wie erreichen wir aber die „Ruhe des Herzens“? Der Weg ist Folgender:

Wenn wir uns im inneren Spiegel betrachten, sehen wir Dinge, die uns nicht gefallen. Wir mögen sie nicht, weil wir wissen, dass sie eigentlich schlecht sind. Woher wir das wissen, sei jetzt mal dahingestellt. Wenn wir aber nun an dieser Sache arbeiten, erleichtern wir uns um einen unangenehmen Aspekt von uns selbst. Das macht uns automatisch etwas zufriedener und glücklicher. Unser Herz wird etwas ruhiger. Es ist klar, worauf ich hinaus will: Unter einer ständigen (auch teils anstrengenden) Reflexion und Arbeit an sich selbst, kann man immer mehr wachsen, immer zufriedener werden. Sogar soweit, dass man die „Ruhe des Herzens“ erreicht.

Jedoch stellen sich nur wenige diesem „inneren Weg“.  Erst ist auch erst mal unangenehm. Doch nach und nach, erntet man die Früchte seiner Arbeit, indem man immer ausgeglichener wird. Zufriedene Menschen sind immer mit sich selbst zufrieden. Und diese Zufriedenheit erreicht man, indem man sich seinen „unangenehmen“ Seiten klar macht und an diesen Arbeitet.

Probiert es doch einfach mal aus. Schreibt mir Eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema.

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